05 Januar 2025

Wohnungsbewerbungen in die alte Heimat

 Ich möchte an diesen Post/das Video anknüpfen und euch dazu meine Gefühle schildern.

Die Wohnungslosigkeit an sich schon macht mich seelisch fertig und stresst die Psyche in unglaublichem Ausmaß. Und ja, man darf dann natürlich nicht wählerisch sein, wenn man eine neue Bleibe finden will. Aber seien wir doch mal ganz ehrlich, so unter vier Augen:
würdest du, wenn du auf unbestimmte Zeit erstmal "weg von der Straße" und irgendwo untergebracht wärst du - egal wie schwer und belastend die Situation und die Unterkunft ist - denn dann wirklich bereit, in eine winzige, überteuerte, verschimmelte, nasse, kalte Bude zu ziehen, nur damit du "was hast"? Nee, denke nicht. Und ich bin dazu auch nicht bereit.

Insofern muss die Wohnung schon einigermaßen einen guten Lebensraum bieten können: trocken, schimmelfrei, gepflegt, saniert. Renoviert ist ja schnurze, das kann ich selber.
Und ja, ich habe auch noch andere Ansprüche: eine Waschmaschine in der eigenen Wohnung ist unumgänglich und ein absolutes Muss! Ich hatte einmal eine gemeinschaftliche Waschküche, und es war die Hölle! Die Mieter untereinander (in einem äußerst schicken und teuren Viertel, alles völlige Spießer) haben sich stellenweise so untereinander bekriegt, das manche anderen in die Waschmaschine kackten. Ja, kein Witz. Ganz zu schweigen davon, was sie dann an Flüssigkeiten in die Box für's Waschmittel gefüllt haben... Ach, hör auf! Ekelhaaaf! 🤢 Und auch wenn das eine Ausnahme war, mag sein, dennoch: gemeinsamer Trockenraum heißt ja auch extreme Expositionen und chemische Belastung durch die Waschmittel und Weichspüler etc. von anderen. No-Go mit MCS! Geht so gar nicht! Da mache ich lieber bei allem anderen Abstriche, aber die Waschmaschine muss in die Wohnung!

  Tja, das Thema eigentlich ist: back to the alte Heimat. Ich liebe NRW, echt jetzt, aber ich lebe seit über 35 Jahren nunmal in Wiesbaden. Und ich will hier nimmi weg. Ganz einfach deshalb, weil hier mein Leben ist! 
   Ich bin in den ersten 18 Jahren meines Lebens mit meinem Vater um die 60 Mal umgezogen. Reicht irgendwann, oder? Grade in NRW haben wir so ziemlich alles abgeklappert, was sich bot. Und wenn wir nicht selber eine Wohnung in dem Ort hatten, dann hat eine der unzähligen Freundinnen meines Vaters da gewohnt, und wir hielten uns dort wochen- oder monatelang ständig auf. Also ich kenne so das Ruhrgebiet, okay?! Und da würde ich auch wieder Fuß fassen, keine Frage. Ich fühle mich ja noch in gewisser Weise verbunden. Denn auch wenn ich an sich mittlerweile nach all der Zeit hier irgendwie Wiesbadenerin  bin, bin ich aber doch eigentlich Nordrhein-Westfälerin. Hmmm, klingt seltsam, macht aber bei näherer Betrachtung doch auch Sinn. 😉

  Somit käme eine dauerhafte Bleibe für mich zwar auch in NRW infrage, aber eigentlich auch wieder nicht. Ich wäre ja ganz alleine dort. Klar, Kontakte knüpfe ich immer und überall und schnell. Jo. Aber ich will das gar nicht. Nicht wirklich. Oder wie der Hesse zu sagen pflegt: net werklisch. Und so habe ich mich - trotz meiner Notlage, und verstehe es nun oder eben nicht - entschieden, die Besichtigung einer Wohnung in Solingen abzusagen. Gut, okay, ich muss einräumen, ich hatte mich dort beworben nach Wiesbadener Jobcenter Standard. 😅 Solingen ist aber eher wie Kassel: total Niedrigpreisig kategorisiert. Keine Wohnung vom Amt darf mehr als dreihundertebbes kosten. Da lag ich mit meinem €-Parameter doch um so einiges zu hoch. Dennoch: wenn ich überlege, wie schnell ich dort eingeladen wurde, und wieviele Monate hier in Wiesbaden die totale Flaute herrschte... hmmm... Klar ist es einen Versuch wert, ich gebe ja die Idee nicht auf, wieder in die alte Heimat zurückzukehren, aber!

Das soll's erstmal gewesen sein zum Thema "Neustart im alten Land". Und tschüss! 🖐


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