Gegen viertel nach zwo Mittags denke ich noch, ich lege mich mal ein wenig hin. Doch stattdessen bin ich an der Luft. Vor der Tür rumstehen, wie immer in den letzten Tagen, denn es regnet. Und nach meinem (im wahrsten Sinne des Wortes) "Ausrutscher" trete ich auf keine nassen Steine mehr.
Ich entschließe mich so gegen viertel nach drei, mir ein paar Kippchen zu drehen. Meine Ziggibox soll immer gefüllt sein, für den Fall, das ich tatsächlich mal länger an die Luft kann.
Ich höre, gerade als ich meinen Tabak und meine Drehutensilien zusammen packen will, Stimmen vor der Tür. Im kleinen Flur stehen wohl mehrere Leute. Lediglich das Wort "Krankenzimmer" und "Küchenzeile" kann ich deutlich vernehmen, und ich zucke zusammen. Jetzt werde ich wohl das Feld räumen müssen. Mein Puls rast, mein Herz flattert vor Nervosität.
Es klopft.
Ich rufe: "Ich bin noch nicht angezogen! Moment!"
Nach kurzer Zeit öffne ich die Tür zu meinem Zimmer. Die Streetworkerin, deren Bekanntschaft ich vor zwei Wochen machte, und eine junge Frau wie ein ebenso junger Mann begrüßen mich.
Die Streetworkerin fragt mich, wie es mir geht und ob ich hier klarkomme. Zudem teilt sie mir mit, das ich erstmal eine Weile hier unterkommen kann, sie habe das mit meinem Sachbearbeiter auf dem Wohnungsamt besprochen. Er wolle lediglich noch Kontoauszüge von mir haben, und dann wäre alles unter Dach und Fach. Sie ergänzt noch einen Fragebogen mit einigen meiner Antworten (z. B. ob ich Vermögenswerte habe, ein Fahrzeug oder Immobien und so ein Zeugs).*
*Klar hab' ich die! Und wie! Überall versteckt! 🙄
Freitag oder Anfang nächster Woche, sagt sie, kann sie mir mitteilen, wie lange ich hier unterkommen kann.
Freitag oder Anfang nächster Woche, sagt sie, kann sie mir mitteilen, wie lange ich hier unterkommen kann.
Die Aufregung hat sich im Laufe des Gesprächs gelegt, obwohl ich froh war, das ich auf dem Bett sitzen und mich aufstützen/festhalten konnte. Ja, die Nerven liegen blank, da brauche ich weder mir noch anderen etwas vormachen. Letztendlich habe ich durchgeatmet, jedenfalls ein bisschen, als ich die Neuigkeit erfuhr. Nun nochmal ein paar Tage ausharren, dann weiß ich - hoffentlich - mehr. Ich möchte lieber hier bleiben, als zurück ins Frauenwohnheim. So viel ist der Streetworkerin ebenfalls klar. Sie ist der Meinung, das ich hier auf jeden Fall besser aufgehoben bin als in dem Heim. Das ist gut und gut zu wissen. So habe ich sie als Rückhalt.





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